Wie das Usenet Dateien überträgt
Das Usenet wurde 1980 für kurze Textnachrichten entwickelt, und News-Server übertragen bis heute alles als Text. Ein Foto, ein Programm oder jede andere Datei besteht aber aus Binärdaten und nicht aus Text. Bevor sie auf die Reise gehen kann, muss sie deshalb in Zeichen umgewandelt werden, die sich sicher als Text übertragen lassen. Darum nennt man Dateien im Usenet oft Binaries, und die Gruppen, in denen sie verbreitet werden, heißen Binärgruppen.
Warum große Dateien auf viele Artikel aufgeteilt werden
News-Server begrenzen, wie groß ein einzelner Artikel sein darf. Eine große Datei wird deshalb auf viele Artikel aufgeteilt, manchmal auf Hunderte oder sogar Tausende. Jedes Teilstück wird einzeln gepostet, mit eigener Message-ID und einer Teilnummer in der Betreffzeile, etwa „(12/240)“, und Ihr Newsreader setzt die Teile wieder in der richtigen Reihenfolge zusammen. Durch die Aufteilung kostet Sie ein Verbindungsabbruch außerdem nur ein kleines Teilstück statt der ganzen Datei.
Eine kurze Geschichte der Dateien im Usenet
In der Anfangszeit kodierte man Dateien mit uuencode, das Mary Ann Horton 1980 an der UC Berkeley geschrieben hatte, und später mit Base64 aus dem MIME-Standard für E-Mails. Beide Verfahren machen eine Datei etwa ein Drittel größer. 2001 veröffentlichte Jürgen Helbing yEnc, das nur 1 bis 2 Prozent hinzufügt, und bis 2003 war es zum Standardverfahren für das Posten von Dateien im Usenet geworden.
Zurück zum InhaltDateien mit yEnc kodieren
Beim Kodieren wird jedes Byte einer Datei durch Zeichen ersetzt, die sicher als Text reisen können. yEnc verschwendet dabei kaum Platz: Aus einer 100 MB großen Datei werden rund 101 bis 102 MB an Artikeln, statt 133 MB oder mehr mit den älteren Verfahren. Ihr Newsreader kodiert Dateien, wenn Sie posten, und dekodiert sie, wenn Sie herunterladen. Sie müssen sich also nie selbst um yEnc kümmern.
yEnc-Beiträge können außerdem eine Prüfsumme namens CRC32 enthalten. Damit erkennt Ihr Newsreader ein Teilstück, das unterwegs beschädigt wurde.
Mehr erfahrenSo sieht yEnc in einem Artikel aus
Wenn Sie einen yEnc-Artikel als reinen Text öffnen, sehen Sie eine Zeile, die mit =ybegin beginnt und den Namen und die Größe der Datei enthält, dann viele Zeilen scheinbar zufälliger Zeichen und zum Schluss eine Zeile mit =yend. Diese Zeichen sind die Bytes der Datei, um einen festen Wert verschoben, damit sie sich sicher als Text verschicken lassen. Einige Sonderzeichen werden zusätzlich markiert, damit Server sie nicht falsch lesen.
Dateien mit PAR2 reparieren
Manchmal kommen einige Artikel nie an. Vielleicht sind sie abgelaufen, wurden entfernt oder haben den Server Ihres Anbieters nie erreicht. Für dieses Problem gibt es PAR2-Dateien, kurz für „Parity Archives“ (Paritätsarchive). Wer eine Datei postet, fügt eine Reihe von Wiederherstellungsdateien hinzu, und Ihr Newsreader kann damit fehlende oder beschädigte Teile wiederherstellen.
PAR2 teilt die Originaldateien in Blöcke auf und erzeugt daraus Wiederherstellungsblöcke. Solange Sie mindestens so viele Wiederherstellungsblöcke haben, wie Blöcke fehlen, lassen sich die Dateien reparieren. Wer Dateien postet, legt meist genug Wiederherstellungsdaten bei, um einen kleinen Teil an Verlusten auszugleichen, und Ihr Newsreader lädt davon nur so viel herunter, wie er braucht. Parchive, das System hinter PAR2, wurde entwickelt, um den Dateiaustausch im Usenet zuverlässig zu machen. Seine zweite Version erschien im September 2002.
Programme, die Dateien reparieren
SABnzbd und NZBGet prüfen und reparieren Downloads automatisch. Falls Sie Dateien einmal selbst reparieren müssen, gibt es kostenlose Werkzeuge: MultiPar für Windows (der Nachfolger des älteren QuickPar) und par2cmdline, das unter Windows, macOS und Linux läuft.
Das Wichtigste in Kürze
yEnc packt Dateien fast ohne Platzverschwendung in Artikel, und PAR2-Wiederherstellungsdateien können verloren gegangene Teile neu aufbauen. So machen ein paar fehlende Artikel nicht gleich einen ganzen Download zunichte.
Wo NZB-Dateien ins Spiel kommen
Neu bei NZB-Dateien? Unser NZB-Datei-Tutorial zeigt Schritt für Schritt, wie Sie eine öffnen.
Eine NZB-Datei ist eine kleine Textdatei im XML-Format, die die Message-ID jedes Artikels auflistet, der zu einer geposteten Datei gehört. Sie enthält nicht die Datei selbst, sondern nur den Weg dorthin, ein bisschen wie ein Einkaufszettel. Ihr Newsreader liest die Liste und fordert jeden Artikel anhand seiner Message-ID beim Server Ihres Anbieters an.
Vor den NZB-Dateien mussten Sie die Header einer ganzen Gruppe herunterladen und jedes Teil von Hand heraussuchen. Mit einer NZB-Datei überspringt Ihr Newsreader diesen Schritt. Das geht schneller und verbraucht weit weniger Daten.
NZB-Dateien stammen meist von der Person, die die Dateien gepostet hat, und Programme zum Posten können sie automatisch erstellen. Verwenden Sie NZB-Dateien nur aus Quellen, denen Sie vertrauen, und nur für Dateien, die Sie herunterladen dürfen.
Mehr erfahrenDie Bestandteile einer NZB-Datei
| Element | Was es enthält |
|---|---|
| file | Eine gepostete Datei, mit dem Namen des Absenders, dem Datum und der Betreffzeile |
| groups | Die Newsgroups, in die die Datei gepostet wurde |
| segment | Ein Artikel: seine Größe in Bytes, seine Teilnummer und seine Message-ID |
Unser Überblick zeigt ein schematisches Beispiel für eine vollständige NZB-Datei.
Wie Ihr Newsreader eine Datei herunterlädt
- NZB-Datei einlesenIhr Newsreader listet alle Artikel auf, die er braucht.
- Artikel abrufenEr lädt sie über mehrere Verbindungen gleichzeitig von Ihrem Anbieter herunter.
- Dekodieren und prüfenJedes Teilstück wird aus yEnc dekodiert und auf Schäden geprüft.
- Reparieren und entpackenPAR2 schließt eventuelle Lücken, dann werden die Dateien entpackt und sind einsatzbereit.
Die Download-Geschwindigkeit hängt von Ihrem Internetanschluss ab und davon, wie viele Verbindungen Ihr Newsreader öffnet. Fast Usenet erlaubt bis zu 50. Ob alle Teile vorhanden sind, hängt von der Vorhaltezeit und der Vollständigkeit bei Ihrem Anbieter ab. Beides erklärt unser Überblick im Abschnitt Server, Vorhaltezeit und Vollständigkeit.
Die Teile wieder zusammensetzen
Vor dem Posten werden Dateien oft in ein Archiv gepackt, das manchmal in mehrere nummerierte Teile aufgeteilt ist. Download-Programme wie SABnzbd und NZBGet entpacken diese Archive nach einer eventuellen Reparatur automatisch. Am Ende haben Sie die Originaldateien, und die übrig gebliebenen Teile werden weggeräumt.
Von Hand entpacken
Wenn Ihr Newsreader nicht automatisch entpackt, kann ein kostenloses Archivprogramm wie 7-Zip unter Windows die meisten Archivformate öffnen.
Zurück zum InhaltEigene Dateien posten
Das Posten von Dateien funktioniert genauso, nur in umgekehrter Richtung. Ein Programm zum Posten oder ein Newsreader, der Dateien posten kann, kodiert sie mit yEnc, teilt sie in Artikel auf, fügt PAR2-Wiederherstellungsdateien hinzu und postet alles in eine passende Binärgruppe. Viele Programme erstellen außerdem eine NZB-Datei, die Sie weitergeben können, damit andere Ihren Beitrag in einem Schritt herunterladen können.
Genutzt wird das, um Dateien zu teilen, die man teilen darf, etwa eigene Fotos und Projekte, Open-Source-Software und gemeinfreie Inhalte. Bei Fast Usenet wird das Posten zum Schutz vor Missbrauch auf Anfrage freigeschaltet. Wenden Sie sich deshalb zuerst an unser Support-Team, und probieren Sie vor einem großen Beitrag einen kleinen Testbeitrag aus. Gute Umgangsformen erklärt unser Kapitel Posten & Netiquette.
Zurück zum InhaltHäufig gestellte Fragen
Was ist eine binäre Newsgroup?
Eine Newsgroup für Dateien statt für Diskussionen. Der Name solcher Gruppen enthält meist das Wort „binaries“, und ihre Beiträge sind Dateien, die als Text kodiert und auf viele Artikel aufgeteilt wurden.
Was ist yEnc?
Die Kodierung, die das Usenet seit Anfang der 2000er-Jahre für Dateien verwendet. Sie wandelt eine Datei in Zeichen um, die sicher als Text übertragen werden können, und macht sie dabei nur 1 bis 2 Prozent größer.
Wozu dienen PAR2-Dateien?
Zur Reparatur. Wenn bei einem Download einige Artikel fehlen oder beschädigt sind, kann Ihr Newsreader die fehlenden Teile mit den PAR2-Wiederherstellungsdateien neu aufbauen, die zusammen mit dem Download gepostet wurden.
Warum schlägt ein Download manchmal fehl?
Meist, weil einige Artikel fehlen: Vielleicht sind sie älter als die Vorhaltezeit Ihres Anbieters, oder sie sind nie vollständig angekommen. PAR2 kann kleine Lücken reparieren, doch wenn zu viel fehlt, lässt sich die Datei nicht wiederherstellen.
Welchen Newsreader sollte ich für Dateien verwenden?
Ein Download-Programm für NZB-Dateien wie SABnzbd oder NZBGet, die beide kostenlos und Open Source sind, oder GrabIt für Windows, das Fast-Usenet-Mitglieder mit integrierter Suche erhalten. Unsere Newsreader-Seite vergleicht sie.
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